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Generation 50+: Zufrieden mit der privaten Gegenwart und Befürchtungen für die Zukunft PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 01. Oktober 2011 um 09:49 Uhr
Die Hälfte der über 50-Jährigen in Ostdeutschland ist mit ihrem Leben zufrieden. Das gilt vor allem für die privaten Lebensbereiche wie Wohnen, Partnerschaft und Freizeit. Unzufrieden sind die ostdeutschen Älteren dagegen in den Bereichen Einkommen, Demokratie, Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit. Das sind die Hauptaussagen des „Sozialreport 50+ 2011“, den der Sozial- und Wohlfahrtsverband Volkssolidarität am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin vorstellte. Die Studie zu den Auffassungen und Positionen der 50- bis 65-Jährigen in den neuen Bundesländern zu ihrer sozialen Lage wurde im Auftrag des Verbandes vom Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum Berlin-Brandenburg e.V. (SFZ) erarbeitet. Dabei wurden zum Vergleich mit der Situation in den sogenannten alten Bundesländern auch Bürger in Nordrhein-Westfalen (NRW) befragt.

Der "Sozialreport 50+ 2011" beruht auf den seit 1990 durchgeführten jährlichen Untersuchungen des SFZ zum Leben in den neuen Bundesländern. Insgesamt wurden mehr als 2.200 Bürger ab 18 Jahren dafür befragt. Zum elften Mal widmet sich die Studie den Älteren. Die Studie sei auch ein Beitrag zum Internationalen Tag der Älteren am 1. Oktober, erklärte Verbandspräsident Prof. Dr. Gunnar Winkler am Freitag.

Die 50- bis 65-Jährigen in Ost und West seien "die erste Generation, in welcher der umfassendste, beabsichtigte und beschlossene Sozialum- bzw. -abbau der Nachkriegsgeschichte in Deutschland voll wirksam wird", stellte Winkler fest. Er verwies dabei auf die Rentenreformen, die Rente mit 67 sowie die Arbeitsmarktreform mit der Hartz-Gesetzgebung. Diese Entwicklung trage dazu bei, dass die "Generation 50+" mit gedämpften Erwartungen in die Zukunft schaut. Ihre Befürchtungen und Ängste seien stärker als die Hoffnungen. "Während die Befürchtungen der 50- bis 65-Jährigen in den neuen Ländern überdurchschnittlich hoch sind, liegen sie im Westen (NRW) deutlich niedriger. Es ist offensichtlich, dass im Osten sowohl aufgrund der nach wie vor fast doppelt so hohen Arbeitslosigkeit ebenso wie einer zum Teil jahrelangen Arbeitslosigkeit vieler Bürger dieser Altersgruppe - inkl. damit verbundener geringerer Verdienste - die zukünftigen Entwicklungen eher pessimistisch gesehen werden."

Winkler betonte, dass die soziale Entwicklung seit 1990 Fortschritte gebracht habe. Sie zeige aber auch weiter vorhandene Defizite bei der Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West. "Extremer Ausdruck dessen ist, dass in der genannten Altersgruppe 13 Prozent aus NRW und neun Prozent aus den neuen Bundesländern 'die Mauer wiederhaben' wollen. In beiden Fällen geht es nicht - von Ausnahmen abgesehen - um politisch restaurative Forderungen, sondern um die Herstellung von Arbeits- und Lebensbedingungen, welche eine eigenständige Lebensführung, sozial abgesichert, ermöglichen."

Die Volkssolidarität will die Studie auswerten und prüfen, was sich daraus für ihre Arbeit ergibt, kündigte Verbandsgeschäftsführer Horst Riethausen in Berlin an. Die 50- bis 65-Jährigen seien eine wichtige Zielgruppe für den Verband und machten derzeit rund 20 Prozent der rund 265.000 Mitglieder aus. "Wir nehmen ihre Wünsche, Sorgen, Probleme und Ängste sehr ernst", betonte Riethausen. Der Verband wolle entsprechende Angebote im Freizeitbereich ebenso entwickeln wie bei den sozialen Dienstleistungen und der sozialpolitischen Interessenvertretung. "Die Volkssolidarität spürt die Folgen der sozialen Entwicklungen, zum Beispiel der sinkenden Einkommen. Wir werden uns als Sozial- und Wohlfahrtsverband weiter in die sozialpolitischen Debatten einbringen und für soziale Interessen einsetzen, auch mit Verbündeten."

Sie finden den "Sozialreport 50+ 2011" online Pfeil hier.

V.i.S.d.P.: Tilo Gräser
30. September 2011

 



 

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