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Pressemitteilung der stellvertretenden Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz (nak) Michaela Hofmann zum Muttertag: Kinderbetreuung und Sorgearbeit müssen besser anerkannt werden |
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Freitag, den 06. Mai 2011 um 18:03 Uhr |
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Mit Blumen, Pralinen und Parfüms werden Mütter traditionell am ersten Sonntag im Mai beschenkt. Bei aller Feierlaune – der Muttertag am kommenden Sonntag ist auch in diesem Jahr ein Datum für eine kritische Bilanz: „Erst heute hat mich wieder eine Mail von einer Mutter erreicht, die händeringend Hilfe für ihre geschlagene Tochter sucht. Die hat einen zweijährigen Sohn, der immer wieder Zeuge dieser häuslichen Gewalt wird. Diese macht auch vor Muttertag nicht Halt“, resümiert Michaela Hofmann, stellvertretende Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz (nak).
Darüber hinaus hätten Mütter in unserer Gesellschaft seit jeher ein erhöhtes Armutsrisiko: Weil nach wie vor überwiegend Frauen die Kindererziehung übernehmen, sind sie stark von Einkommenseinbußen wegen Eltern- und oder Teilzeit betroffen. Ein solcher Lebenslauf aber prädestiniere für Armut im Alter. Vor allen Dingen Alleinerziehende treffe diese Realität besonders oft und hart. Insbesondere strukturelle Defizite führten zu dieser diskriminierenden Situation: Neben geschlechterspezifischen Einkommensdifferenzen (Stichwort Niedriglohn in so genannten Frauenberufen) seien vorrangig die mangelhaften Kinderbetreuungsmöglichkeiten dafür ursächlich. Hofmann: „Dass immer noch Frauen weniger verdienen, und der Anteil der Frauen, der im Niedriglohnsektor arbeitet, fast doppelt so hoch ist wie bei Männern ist und bleibt ein Skandal und kann mit Blümchen nicht abgestellt werden.“
Alle Mütter sind auch Töchter: In diesem Sinne betreuten Frauen nicht nur ihre Kinder, sondern häufig auch ihre pflegebedürftigen Eltern; nicht wenige gäben dafür ihren Beruf auf. Ein Fakt, den der Gesetzgeber nahezu ignoriere: Diese Sorgearbeit werde – wenn überhaupt – schlecht bezahlt. Im Gegenteil: Wegen solcher „Auszeiten“ könnten etliche betroffene Frauen im Alter nicht von ihrer Rente leben. Viele von ihnen seien trotz eines arbeitsreichen Lebens auf Sozialleistungen des Staats angewiesen. „Angesichts dieser Tatsachen wirkt der Muttertag wie Makulatur“, sagt Michaela Hofmann.Â
Vor diesem Hintergrund fordert die stellvertretende nak-Sprecherin einen gerechten Lohn sowie optimale Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Pflegebedürftige.
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