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Ist die Simulation von Armut zynisch? PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 17. Juni 2011 um 04:59 Uhr

Kurz vor Ende des Projekts "Soziale Hängematte" ist klar: Aussichtslosigkeit und Ungewissheit lassen sich nicht nachstellen

Vor knapp vier Wochen haben 20 Menschen im Bundesland Salzburg begonnen, nur mit dem Betrag der bedarfsorientierten Mindestsicherung ihr Leben zu finanzieren und gestalten. "400 Euro für fast alles außer Wohnen", lautete die grobe Vorgabe (mehr Details hier). Eine teilnehmende Pensionistin musste mit 270 Euro ihr Auslangen finden.

Das Projekt "Soziale Hängematte" zielte keineswegs darauf ab, Menschen mit geringen monetären Möglichkeiten an den Pranger zu stellen. Es sollte vielmehr ein Bewusstsein für die Lebenssituation geschaffen werden und das mit möglichst genauen Vorgaben. Wer Zynismus dahinter vermutet, dass man aus einer sicheren Position heraus einmal einen Monat lang Armut simuliert, um dann wieder in den alten Komfort zurückzukehren, kann es ja selbst einmal ausprobieren.

Ein würdiges Leben?

Dass das Überlebensnotwendige mit der bedarfsorientierten Mindestsicherung finanziert werden kann, stellte sich für die meisten TeilnehmerInnen heraus. Aber ob es ein würdiges Leben ist, sich nur das Elementare leisten zu können, lässt sich eben nicht nachstellen: Wie es sich anfühlt, wenn soziale Kontakte verloren gehen, medizinische Kosten nicht mehr getragen werden können, wenn Reparaturen ausbleiben müssen.

Bei den folgenden Erfahrungsberichten von sieben Projekt-TeilnehmerInnen geht es daher auch um die Fragen: "Wie weit lässt sich Armut nachahmen und was lerne ich persönlich daraus?"

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