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Ziel: Gute Orte zum Altwerden schaffen PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 08. Juli 2011 um 17:40 Uhr

In den letzten hundert Jahren ist in Großbritannien die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt um dreißig Jahre gestiegen, und zum ersten Mal sind die über 65-Jährigen gegenüber jungen Menschen unter 16 Jahren in der Überzahl –eine Entwicklung, die überall in Europa zu beobachten ist. Dieser dramatische Wandel der Bevölkerungsstruktur erfordert Politiken, die auf die Veränderungen reagieren und diesen Rechnung tragen. Es geht darum sicherzustellen, dass ältere Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben und ihren Lebensabend genießen können, und auch darum, die erforderlichen Kapazitäten zu schaffen, um diesen Menschen im Kontext einer alternden Bevölkerung Betreuung und Unterstützung zukommen zu lassen. Ohne Reformen könnten in Großbritannien die altersbedingten öffentlichen Ausgaben (dazu gehören Ausgaben für Gesundheitsversorgung, Langzeitpflege, Renten für Beschäftigte im öffentlichen Dienst, staatliche Altersrenten und Bildung) um fast 4% des BIP steigen, von 22,5% im Zeitraum 2009/2010 auf 26,3% im Zeitraum 2049/2050.

Großbritannien hat eine Reihe von Reformen durchgeführt, die darauf abzielen, „gute Orte zum Altwerden zu schaffen“. Diesen Reformen liegt der Gedanke zugrunde, dass Anstöße und Anregungen bei den Menschen mehr bewirken als Maßnahmen, die von oben durchgesetzt werden, und dass es besser ist, wenn Gemeinden ihre Angelegenheiten mit lokalen Kompetenzen regeln. Außerdem die Überzeugung, dass Partnerschaften zwischen Regierung, ehrenamtlichem und kommunalem Sektor, die Einbeziehung älterer Menschen in die Konzeption und Umsetzung des Leistungsangebots sowie ergebnisorientiertes Vorgehen und innovative Finanzierungsformen das politische Handeln leiten sollten.

 

Im Zuge der Reformen, die auf nationaler Ebene beschlossenen wurden, wird die staatliche Altersrente (ab 2011) angehoben und müssen ArbeitgeberInnen ab 2012 für alle anspruchsberechtigten ArbeitnehmerInnen eine Betriebsrente abschließen (auf Wunsch können die ArbeitnehmerInnen wieder austreten). Der Nationale Gesundheitsdienst NHS investiert in Präventivmaßnahmen (z. B. Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Lebensführung), und neue Behörden, sogenannte Health and Wellbeing Boards, sollen die Arbeit der lokalen Kommissionen der Gesundheits- und Sozialdienste überwachen.

Die Peer Review fand am 18.-19. Januar 2011 in London statt. Sie wurde vom britischen Ministerium für Arbeit und Altersversorgung ausgerichtet. Neben dem Gastgeberland waren sechs Peer-Länder (Dänemark, Finnland, Rumänien, Spanien, Ungarn und Zypern) vertreten. Für die Anspruchsgruppen nahmen das Europäische Soziale Netzwerk (ESN) sowie die AGE-Plattform Europa teil. Seitens der Europäischen Kommission waren VertreterInnen der GD Beschäftigung, Soziales und Integration (EMPL) sowie der GD Gesundheit und Verbraucher (SANCO) anwesend.

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