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terre des hommes zum internationalen Tag der Menschenrechte am 10.Dezember: Moderne Sklaverei für den Textil-Weltmarkt verletzt Menschenrechte junger Inderinnen PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 09. Dezember 2010 um 12:42 Uhr

Osnabrück, 09.12.2010 - Zum internationalen Tag der Menschenrechte macht das Kinderhilfswerk terre des hommes auf moderne Sklaverei in der Textilindustrie aufmerksam. Im südindischen Tirupur, einem der größten Textilstandorte der Welt, werden rund 40.000 junge Mädchen in Spinnereien und Nähereien wie Sklaven gehalten und ausgebeutet. »Die Mädchen bekommen etwa 20 Euro im Monat und das Versprechen auf einen Bonus von etwa 500 Euro nach Ablauf von drei Jahren. Sie arbeiten 12 Stunden am Tag, werden auf dem Fabrikgelände in überfüllten Hütten festgehalten und sind Beschimpfungen, Schlägen und sexueller Belästigung durch die Aufseher ausgesetzt«, berichtet Barbara Küppers, Kinderarbeitsexpertin bei terre des hommes, von einem Besuch in Tirupur. Immer wieder versuchten Mädchen, aus Fabriken zu fliehen. Hintergrund dieser Form der Ausbeutung ist das sogenannte Sumangali-System. Es zielt auf die Rekrutierung junger Mädchen aus armen Familien, die den versprochenen Bonus für den Brautpreis nutzen wollen. »Mittelsmänner machen den Familien falsche Versprechungen«, so Küppers. Zulieferer in Tirupur, die Textilien an europäische und amerikanische Handelsunternehmen liefern, nutzen das Sumangali-System zumeist in Spinnereien und Nähereien.

»Das Sumangali-System verstößt gegen Artikel 4 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, nämlich das Verbot jeglicher Form der Sklaverei. Es ist eine besonders krasse Form der Ausbeutung, weil die Schutz- und Wehrlosigkeit der Mädchen von Arbeitgebern gezielt ausgenutzt wird«, so Barbara Küppers. »terre des hommes führt gemeinsam mit indischen Projektpartnern in den Herkunftsorten der Mädchen Aufklärungskampagnen über Arbeitsrechte und den Schutz vor Ausbeutung durch und betreut ehemalige Sumangali-Sklavinnen. Wir fordern Handelsunternehmen auf, dafür zu sorgen, dass ihre Zulieferer Existenz sichernde Löhne, feste Arbeitsverträge und Sozialleistungen gewähren.«

Anfang 2011 wird terre des hommes Handelsunternehmen und Arbeitgeber in Tirupur zu einem Runden Tisch mit den örtlichen Menschenrechtsorganisationen einladen. Ziel ist es,
die Nutzung des Sumangali-Systems zu beenden und Alternativen zu diskutieren.

 

V.i.S.d.P:
terre des hommes-Pressereferat
Telefon: (05 41) 71 01 -126

 

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