Für ein umfassendes Streikrecht Die Bundesrepublik Deutschland hat weltweit das rückständigste und restriktivste Streikrecht. Das Streikrecht in Deutschland ist lediglich Richterrecht. Im Grundgesetz (GG) findet sich außer der Koalitionsfreiheit gemäß Art. 9 Abs. 3 kein konkreter Hinweis |
| Die neue Leiharbeit |
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| Montag, den 29. August 2011 um 20:12 Uhr |
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Die Politik bekämpft Lohndumping mit neuen Gesetzen. Doch viele Unternehmen drücken die Löhne jetzt mithilfe von Werkverträgen. Die Opposition ist alarmiert. Eigentlich dürfte es Billiglöhner wie Maik Felder (Name geändert) im Einzelhandel nicht mehr geben. Der Familienvater aus Berlin räumt bei Rossmann die Regale ein, frühmorgens von 5.30 Uhr bis 9 Uhr. Für körperliche Arbeiten wie diese sieht der Tarifvertrag der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di im Berliner Einzelhandel einen Stundenlohn von mindestens 9,52 Euro vor. Und selbst wenn Felder Leiharbeiter wäre, bekäme er neuerdings immerhin den Mindestlohn für Zeitarbeit, der im Osten bei 6,89 Euro die Stunde liegt. Doch Felder bekommt für seine Arbeit nur sechs Euro in der Stunde. Ein Unterschied, der Geringverdienern wie ihm am Monatsende weh tut. Sein Arbeitgeber ist nicht Rossmann selbst, sondern ein Subunternehmen namens ISS Instore Solution Services. Das ist der Trick: Immer mehr Unternehmen übertragen zentrale Aufgaben an Subunternehmen. Diese Subunternehmen werden pro sogenanntem Werk bezahlt, beispielsweise für jede Palette an Waren, die Mitarbeiter in die Regale räumen. Über einen eigenen Arbeitgeberverband, dem Verband Instore und Logistik Services (ILS), haben vierzehn große Subunternehmen mit insgesamt 50.000 Beschäftigten einen Tarifvertrag geschlossen, der für Regaleinräumer wie Felder Niedriglöhne von 6 Euro die Stunde im Osten und 6,50 Euro im Westen vorsieht. Beide Tarife liegen deutlich unter dem Mindestlohn für Zeitarbeit (6,89 Euro im Osten, 7,79 Euro im Westen). Rossmann bestätigt, dass die Regaleinräumer der ISS inzwischen in jeder zweiten Filiale eingesetzt werden, das sind 800 Märkte. Auf Anfrage von ZEIT ONLINE betont ISS, die Zufriedenheit der Mitarbeiter sei dem Unternehmen besonders wichtig, man habe die Sozialstandards durch den TÜV Rheinland überprüfen lassen. Warum der Dienstleister Beschäftigten wie Felder Niedriglöhne zahlt, sagte das Unternehmen nicht. mehr lesen |
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