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IG Metall fordert Expertenkommission gegen Statistik-Wirrwarr bei Rente mit 67 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: York Töllner   
Donnerstag, den 04. November 2010 um 12:37 Uhr

04.11.2010 ΙFrankfurt am Main - Die IG Metall hat vor einem Zahlen-Wirrwarr bei der anstehenden Überprüfung der Rente mit 67 gewarnt. "Bei der Beurteilung der tatsächlichen Situation älterer Arbeitnehmer droht ein Krieg um Statistiken und Zahlen. Das können wir jetzt am wenigsten gebrauchen", sagte Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall am Donnerstag in Frankfurt. Der Gewerkschafter schlug deshalb eine unabhängige Expertenkommission vor. Diese solle aus Wissenschaftlern, Gewerkschaftern, Arbeitgebern, sowie Vertretern der Sozialverbände und der Regierung bestehen. "Die unabhängige Kommission muss die von der Bundesregierung vorgelegten Zahlen prüfen und feststellen, was wirklich los ist", forderte Urban.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) benutze Zahlen, die zwar nicht falsch seien, aber die wahre Lage älterer Arbeitnehmer verschleierten oder sogar ins Gegenteil verkehrten, kritisierte der Sozialexperte der IG Metall. So sei es methodisch falsch, den Prozentsatz der Erwerbstätigen zwischen 55 und 64 Jahren mit 45,3 Prozent der gleichaltrigen Bevölkerung anzugeben und daraus abzuleiten, dass in Deutschland zunehmend ältere Arbeitnehmer beschäftigt würden. Erst wenn man diese Zahl auf die einzelnen Jahrgänge aufteile, wisse man, was wirklich los ist, betonte Urban. Von den 64-Jährigen hätten lediglich 21 Prozent einen Job. In dieser Zahl seien aber auch Selbstständige, Beamte und Freiberufler enthalten. Echte Arbeitnehmer seien in diesem Jahrgang nur knapp zehn Prozent und davon bestehe die Hälfte aus Minijobbern, Teilzeitkräften und Leiharbeitern.

Die Lage älterer Arbeitnehmer habe sich sogar verschlechtert, weil deren Anteil im Niedriglohnsektor deutlich höher liege als bei den Jüngeren. "Hinter den Zahlen verbirgt sich eine ernüchternde Wirklichkeit. Die Bundesregierung sollte die Lage älterer Arbeitnehmer nicht um jeden Preis schön reden", forderte Urban. Zahlreiche der von der Bundesarbeitsministe-rin angeführten Erwerbstätigen seien in Wirklichkeit Arbeitslose, Hartz IV-Empfänger und Rentner, die versuchten, ihre mageren Einkünfte aufzubessern.

Pressemeldung Nr. 35/2010

 

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