|
Ihre Armut treibt Frauen in die Prostitution |
|
|
|
|
Geschrieben von: Administrator
|
|
Dienstag, den 07. Dezember 2010 um 09:18 Uhr |
|
Menschenhandel Frauen aus Nigeria sind eine begehrte Ware. In der Fremde sind die Täter oft die Einzigen, die die Opfer verstehen. Die Angst vor der deutschen Polizei ist groß. Der Schuldenberg wird immer höher. Nur wer mit den Behörden paktiert, kann hoffen, nach der Entdeckung noch zwei Jahre hier bleiben zu dürfen.
Von Stefan Geiger
Die Frauen schließen einen Vertrag vor einem traditionellen Priester. Sie verpflichten sich, das Geld für die Vermittlung, die gefälschten Papiere und die Reise abzubezahlen. Zu dem Vertrag gehört ein Ritual: Der Priester sammelt Fingernägel, Haare oder Unterwäsche der Frau ein. Sie sind ein Pfand und sie verleihen ihm, so die Vorstellung, Macht über die Frau. Der Vertrag hat eine wirtschaftliche, aber eben auch eine spirituelle Ebene. Das Geld kann von der Familie in Nigeria vor einem örtlichen Gericht eingefordert werden. Der Familie aber droht zugleich, ebenso wie der den Vertrag abschließende Frau selbst, Böses, wenn der Vertrag nicht eingehalten wird. Das ist der Glaube.
Echimendi (Name geändert) ist 16 Jahre alt, als sie nach Paris gebracht wird. Schon am Flughafen wird sie von der Grenzpolizei festgehalten, dann aber doch wieder freigelassen. Ein von den Tätern bezahlter Anwalt hat Erfolg. Es ist unklar, ob Echimendi zu diesem Zeitpunkt schon weiß, dass sie in Europa als Prostituierte arbeiten soll; sicher aber ist, dass sie nicht ahnt, unter welchen Bedingungen sie das tun muss. Sie wird nach Deutschland geschickt und in ihre Arbeit eingewiesen. Die Bordelle wechseln. Die Polizei greift sie nach wenigen Monaten zum ersten Mal auf. Echimendi schweigt, wird wieder freigelassen und kehrt zu ihrer "Madame" zurück.
[mehr lesen]
|