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Armut in der Schweiz als Herausforderung für Kirche und Gesellschaft PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 19. November 2010 um 06:45 Uhr

Armut in der reichen Schweiz ist ein Tabu und bleibt oft unsichtbar. Gemäss einer Studie von Caritas Schweiz ist jede zehnte Person in der Schweiz arm. Besonders davon betroffen sind Alleinerziehende, Familien mit drei und mehr Kindern sowie Jugendliche mit einer geringen Ausbildung. Was bedeutet es, in der Schweiz arm zu sein? Und: Welchen Beitrag können die Kirchen zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung leisten? Die Interdiözesane Koordination (IKO) der kantonalen und diözesanen Seelsorgeräte hat sich am 5./6. November 2010 in Einsiedeln mit diesen Fragen auseinandergesetzt.
Armut bedeutet mehr, als wenig Geld zu haben und ist meist an prekäre Lebenslagen gebunden. Dies wurde im sozialpolitischen Grundsatzreferat von Regula Heggli, Verantwortliche für den Fachbereich Sozialpolitik bei Caritas Schweiz, deutlich. Wer in Armut leben muss, ist täglich mit unterschiedlichen Schwierigkeiten konfrontiert: Fehlende Bildung schliesst vom Arbeitsmarkt aus, ein ungenügendes Einkommen verhindert eine gute Gesundheitspflege, Schwierigkeiten mit Lesen und Schreiben machen ein unabhängiges gesellschaftliches Leben schwierig. Nicht wenige Armutsbetroffene leben mit ihrer Familie in beengten und lärmigen Wohnverhältnissen und sind vielfach mit Spannungen in der Beziehung und im Zusammenleben mit den Kindern konfrontiert. Viele von ihnen sind Working Poors, das heisst, sie können trotz Arbeit nicht von ihrem Einkommen leben. Eine grosse Gefahr besteht zudem darin, dass Armut über Generationen hinweg vererbt wird. Kinder, die aus armen Haushalten stammen, tragen ein hohes Risiko, als Erwachsene selbst wieder zu den Armen zu zählen.

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