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Für ein umfassendes Streikrecht

Die Bundesrepublik Deutschland hat weltweit das rückständigste und restriktivste Streikrecht. Das Streikrecht in Deutschland ist lediglich Richterrecht. Im Grundgesetz (GG) findet sich außer der Koalitionsfreiheit gemäß Art. 9 Abs. 3 kein konkreter Hinweis

Unterzeichnen Sie den Wiesbadener Appell.

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Geschrieben von: Bärbel Böttcher   
Dienstag, den 13. September 2011 um 04:19 Uhr
AKEN/KELBRA/MZ. Die Wut kommt immer wieder. Jeden Monat, wenn Christel Kaufmann aus Aken auf dem Kontoauszug ihren Rentenbetrag sieht, denkt sie sich: "Das könnten ein paar hundert Euro mehr sein."

Christel Kaufmann und ihr Ehemann Werner sind Jahrgang 1945. Sie arbeitet in einer Buchhaltung. "Immer ganztags", betont sie. Auch als die zwei Kinder klein sind. Er ist Dreher. Bis zur Wende. Dann ist schlagartig Schluss. Christel Kaufmanns Betrieb wird dicht gemacht. Sie bekommt eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM). Auch in Werner Kaufmanns Betrieb gehen die Lichter aus. Er muss sogar die Maschinen, an denen er bisher gearbeitet hat, mit abbauen. "Das tut sehr weh", sagt er. Beide bemühen sich wieder um Arbeit. Meist vergeblich. Existenzangst beschleicht sie. "Ich bin darüber krank geworden", erzählt die heute 65-Jährige. "Ich wusste nicht wie es weitergeht, wenn meine ABM zu Ende ist. Wir haben ja gesehen, wie die Betriebe ringsum kaputtgingen."

Werner Kaufmann gelingt es immer mal wieder, eine Stelle zu finden. Dafür lernt er Tischler und Drechsler. "Jahrelang war ich eine anerkannte Fachkraft, sogar Lehrmeister. Und plötzlich wieder Lehrling. Es kann sich keiner vorstellen, wie man da gefordert und angespannt ist. Das zerrt an den Nerven und führt zu schlaflosen Nächten."

Werner Kaufmann macht auch eine Umschulung zum Schweißer, um im Heizungsbau tätig sein zu können. Er scheut sich nicht vor einer Arbeit im Westen. Nimmt die wöchentliche Pendelei in Kauf. Der Arbeiter erzählt wie glücklich er ist, als er endlich wieder eine Stelle in der Heimat findet. Und von der Enttäuschung, als der Betrieb später vor der Zahlungsunfähigkeit und er erneut auf der Straße steht. "Es ist ja nicht nur das Geld, was fehlt", sagt er. "Es ist vielmehr das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, was einem zu schaffen macht."

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