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Hartz IV ist kein prickelnder Status PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Baden online   
Mittwoch, den 28. Dezember 2011 um 10:58 Uhr

Treff am Eck« bietet seit November Unterstützung und Gesprächsmöglichkeit für Langzeitarbeitslose

Seit Anfang November gibt es mit dem »Treff am Eck« ein niederschwelliges Angebot für Langzeitarbeitslose in Kehl. Einmal in der Woche treffen sich Betroffene, Angehörige und andere Interessierte in den Räumen des Caritasverbandes.

28.12.2011 - Kehl. Langzeitarbeitslose stehen in einer Gesellschaft, die sich über die Arbeit definiert, oft außen vor. Nicht nur ihre finanzielle Situation erschwert ihnen die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Arbeitslosigkeit nagt am Selbstwertgefühl und führt oft in die Isolation »Hier im ›Treff am Eck‹ kann jeder in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken und loswerden, was ihn bedrückt«, sagt Elmar Rummel vom Caritasverband Offenburg-Kehl. Gemeinsam mit Heiko Christiansen will er diese Einrichtung in Kehl etablieren, die es in dieser Form in Offenburg seit dreieinhalb Jahren gibt. Arbeitslose können sich hier mit anderen Betroffenen austauschen und erhalten Informationen und Auskunft in rechtlichen Fragen. Bei konkretem Beratungsbedarf verweisen die beiden Verantwortlichen an den jeweiligen Ansprechpartner in der Caritas-Geschäftsstelle, die sich einen Stock tiefer befindet.
Arbeit war zu stressig
»Eine Institution wie diese ist klasse«, meint Klaus Drost, der regelmäßig zu den Treffen kommt. Stolz zeigt der gelernte Reiseverkehrsfachwirt einen Katalog herum, den er selbst recherchiert und gestaltet hat. Zusammen mit einem Partner vermittelte er einst Ferienwohnungen auf griechischen Bauernhöfen. Das war 1993. Als ihm die Arbeit zu stressig wurde, verkaufte er seinen Anteil an der Reiseagentur und versuchte, ein neues Tourismusprojekt aufzuziehen. Als sich einer seiner Partner zurückzog, platzte die Sache " und Klaus Drost stand vor dem finanziellen Ruin. Seitdem versucht er vergeblich, in seinem Berufsfeld wieder Fuß zu fassen. »Ich will arbeiten, gerne auch ehrenamtlich«, sagt er. Ideen hätte er genug, bloß haben will sie keiner Arbeitslosigkeit kann jeden treffen, und je älter man ist, desto schwerer ist es, wieder eine Stelle zu bekommen. »Es sind oft Fachleute, die hier sitzen«, weiß Elmar Rummel. Doch nur wenige Firmen greifen auf das Know-how älterer Arbeitsloser zurück. Dabei seien es gerade die Älteren, die neben Erfahrung wieder größere Flexibilität mitbrächten, weil die Kinder schon aus dem Haus sind.

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