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So lügt man mit Statistik PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Bürgerstimme   
Dienstag, den 31. Januar 2012 um 11:52 Uhr

Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) sank die Zahl der Hartz-IV-Kinder von September 2006 bis September 2011 um 257.000 auf „nur noch“ rd. 1,65 Mio. Kinder. Dies sei ein Rückgang um 13,5 Prozent. Das klingt zwar relativ positiv, ist aber ein Musterbeispiel für „So lügt man mit Statistik“ gemäß Walter Krämer.

Während die Zahl von 2006 die Jahrgänge 1991-2005 beinhaltet, basiert die Zahl von 2011 auf den Jahrgängen 1996-2010. Laut Geburtenstatistik des Statistischen Bundesamts beträgt die Differenz der Jahrgänge 1991-1995 zu den Jahrgängen 2006-2010 (exaktere Zahlen zu 2011 und nach Monaten aufgeschlüsselt liegen noch nicht vor) 589.231 Geburten.

Allein durch den Geburtenrückgang hätte die Zahl der Hartz-IV-Kinder also um rd. 590.000 Kinder zurückgehen müssen, es war aber nicht einmal die Hälfte. Dementsprechend ist die Veränderung der Armutssituation nicht positiv, sondern negativ.

Auch nicht berücksichtigt haben die Systemmedien die Umwandlung von Arbeitslosen in Working Poor, bei der die Regierungsparteien dem schlechten Vorbild der USA folgen. Von den Erwerbstätigen verdiente die Hälfte lt. aktuellster verfügbarer Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamts weniger als 22.500 € Jahres-Haushaltseinkommen – brutto. Das sind weniger als 1.177 € netto bei einem Single. Bei einem Paar ist es aufgrund der Steuerklasse netto etwas mehr, dafür pro Kopf sogar noch weniger. Das betrifft auch mehrere Millionen Kinder, die in Haushalten mit Einkommen knapp über Hartz-IV-Niveau leben. Die Datenbasis „nur Hartz-IV-Niveau ist Kinderarmut“ blendet den größten Teil des Problems aus und verfälscht die Armutsstatistik, siehe auch Manipulation der Gesamt-Armutsdefinition.

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