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Welt der kleinen Preise: Kleiderkammer Gera hilft armen Kindern PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dietmar Hamann   
Montag, den 24. Januar 2011 um 07:43 Uhr
Rund 60.000 Kinder sind in Thüringen von Armut betroffen. Das sagt Carsten Nöthling, Geschäftsführer des Thüringer Kinderschutzbundes. Ihre Eltern beziehen Hartz IV oder unterliegen dem Asylbewerberleistungsgesetz. Die Folgen des Geldmangels seien gravierend.

Gera. Wer arm ist, leidet schnell unter mangelnder Bildung, schlechter Gesundheit und werde sozial benachteiligt. Laut OECD-Studie liegt Deutschland im weltweiten Vergleich von Kinderarmut auf Rang 14. Als arm gilt, wer weniger als 50 Prozent des mittleren Netto-Haushaltseinkommens zur Verfügung hat.

Die Welt der kleinen Preise

Anke Fehrensen, Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses in Gera, kennt die armen Kinder. Seit 2006 leitet sie die Kinderkleiderkammer in Bieblach-Ost. In den zwei Räumen gibt es T-Shirts und Schlafanzüge für 20 Cent, Schulranzen für 3,50 Euro und Bademäntel für 50 Cent. Die Kinderkleidung kommt von Menschen, die sie nicht mehr brauchen und Läden, die sie nicht mehr verkaufen. Als die Einrichtung vor vier Jahren eröffnet wurde, hat Anke Fehrensen die ausgediente Kleidung ihrer beiden Söhne mitgebracht, dann die von den Kindern ihrer Freunde. Später ist sie mit ihren Helfern von Tür zu Tür gegangen. Inzwischen gibt es ein Netzwerk. Zahlreiche Läden geben regelmäßig, was sie entbehren können. "Das bedeutet aber nicht, dass wir genug haben", sagt Fehrensen. Derzeit fehlt es vor allem an Winterkleidung. Gleiches gilt für Kinderwagen und Kinderbetten. Diese sind bei werdenden Eltern, die von Sozialleistungen leben, besonders begehrt. Die Kleiderkammer können jene nutzen, die nicht viel besitzen, aber dafür die Sozialcard der Stadt Gera oder einen Nutzungsnachweise der Geraer Tafel haben oder ALG-II-Empfänger sind - Armutszeugnisse sind die Eintrittskarten in die Welt der kleinen Preise. Gerade deswegen sollen sich die Kunden wohl fühlen in den Räumen, die voll sind mit Kleidern. "Hier soll es so aussehen, wie in einem Laden." Nicht miefig und nicht unaufgeräumt.

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