|
Kindergrundsicherung, Kindergeld und Kinderzuschlag: Eine vergleichende Analyse aktueller Reformvorschläge |
|
|
|
|
Geschrieben von: Administrator
|
|
Montag, den 31. Januar 2011 um 10:15 Uhr |
|
Die Hans-Böckler-Stiftung hat den Abschlußbericht einer Vergleichsanalyse zu aktuellen Reformvorschlagen veröffentlicht und ist dabei im wesentlichen zu folgenden Schlußfolgerungen gelangt:
- Alle untersuchten Reformvarianten bewirken eine merkliche Verminderung des Ausmaßes von Kinder- bzw. Familienarmut. So würde die Kinderarmuts-quote von 16,5% auf etwa 3% im Falle der Kindergrundsicherung und auf 5% im Falle der "großen" Kindergelderhöhung sinken.
- Beide Konzepte sind wegen der hohen Nettokosten von ca. 30 Mrd. EUR allerdings eher mittelfristig umsetzbare Programme, die vorab eine Prüfung möglicher Finanzierungsstrategien erforderlich machen.
- Unter verteilungspolitischen Aspekten erweist sich aber das Konzept des Existenz sichernden und zu versteuernden Kindergeldes im Vergleich zu Kindergelderhöhungen ohne Besteuerung als das stimmigere Konzept: In-konsistenzen der bestehenden Leistungsvielfalt werden abgebaut, und mit annähernd gleichem Transfervolumen wird eine stärkere Einkommensum-verteilung "von oben nach unten" erreicht.
- Demgegenüber erweist sich die vorgeschlagene Kinderzuschlagsreform als eine kurzfristig realisierbare Maßnahme. Mit begrenztem fiskalischem Auf-wand von gut 4 Mrd. EUR könnte die Kinderarmutsquote um 4 bis 5 Prozent-punkte gesenkt werden, wenn eine Zunahme der Inanspruchnahme auf 75% des vergrößerten Berechtigtenkreises erreicht wird.
Hier der volle Wortlaut
|