Für ein umfassendes Streikrecht Die Bundesrepublik Deutschland hat weltweit das rückständigste und restriktivste Streikrecht. Das Streikrecht in Deutschland ist lediglich Richterrecht. Im Grundgesetz (GG) findet sich außer der Koalitionsfreiheit gemäß Art. 9 Abs. 3 kein konkreter Hinweis |
| Leiharbeit boomt |
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| Donnerstag, den 01. September 2011 um 11:28 Uhr |
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Bewegte sich die Zahl der bei Leiharbeitsfirmen beschäftigten Menschen bundesweit 1993 bei etwa 130.000, waren es im Juni 2011 etwa 870.000 Menschen, Tendenz steigend. Ende letzten Jahres waren bei den etwa 100 Düsseldorfer Leiharbeitsfirmen mehr als 13.600 Menschen beschäftigt, fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Leiharbeiter_innen haben schlechtere Arbeitsbedingungen und verdienen in der Regel wesentlich weniger als Festangestellte. Leiharbeit (oder wie es offiziell beschönigend heißt: "Arbeitnehmerüberlassung") boomt in Deutschland und auch in Düsseldorf. Die SPD/FDP-Bundesregierung erlaubte sie im Jahre 1972. Mit der Hartz-Gesetzgebung im Jahre 2003, diesmal unter Rot-Grün, wurden die gesetzlichen Beschränkungen in wesentlichen Punkten aufgehoben. Seitdem nimmt die Beschäftigung in diesem Sektor rasant zu. Durch weitere Gesetzesänderungen wurde die Leiharbeit oder besser gesagt Sklavenarbeit noch mehr begünstigt. Mit Leiharbeit ist ein ungesicherter Arbeitsplatz verbunden. Mehr als die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse endet nach weniger als drei Monaten Dauer. Die meisten Jobs in diesem Bereich liegen im Niedriglohnsektor, so dass viele der Beschäftigten mit dem Lohn nicht auskommen und nur mit weiterer finanzieller Unterstützung des Staates existieren können. In der Regel erhalten die Leiharbeiter_innen einen wesentlich niedrigeren Lohn als die Festangestellten, oftmals liegt er gerade einmal bei 5 Euro. Deshalb war es bisher beliebt, auch langjährig Beschäftigte zu entlassen und sie über Leiharbeitsfirmen zu einem erheblich niedrigeren Gehalt wieder einzustellen. Zumindest dem will der Gesetzgeber nun einen Riegel vorschieben. Der Einsatz von Leiharbeiter_innen oder auch nur die Androhung dient aber auch zur Disziplinierung der Arbeitenden. Schon jetzt liegt Deutschland bei den Lohnsteigerungen der letzten zehn Jahre im europäischen Vergleich an letzter Stelle. Immerhin hat das Bundesarbeitsgericht die Rechte von Leiharbeiter_innen erst Anfang des Jahres gestärkt: Sie haben jetzt vier Jahre Zeit, um ihren Anspruch auf Gleichbehandlung geltend zu machen. Ob dies aber auch durchzusetzen ist, wird von vielen bezweifelt. mehr lesen |
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