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Podiumsdiskussion zum Thema Leiharbeit PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 08. November 2011 um 22:17 Uhr

Nürnberg - "Mittel zum Lohndumping oder Brücke in die Beschäftigung?" Unter diesem Titel lud das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit zu einer Podiumsdiskussion in den Großen Rathaussaal.

Auf dem Papier ist Leiharbeit (auch Zeitarbeit genannt) eine feine Sache: Als Arbeitgeber fungiert eine Zeitarbeitsfirma. Die leiht Arbeitnehmer an Unternehmen (Entleiher) aus, wenn die Auftragslage brummt oder Not am Mann ist. Das spart Zeit und Geld. Umgekehrt verspricht man sich davon, dass Arbeitslose durch Leistung und Engagement in der Entleihfirma eine Festanstellung finden (Klebeeffekt).

In der Praxis schaut die Sache anders aus: Manch Zeitarbeiter arbeitet ein Jahr oder länger beim Entleiher, bei geringerem Lohn, kürzerem Urlaub und weniger Rechten als die Festangestellten. Unternehmen wie Schlecker nutzten die Zeitarbeit schamlos aus, indem sie ihren Angestellten kündigten, sie aber als Leiharbeiter weiter beschäftigten – zu geringerem Lohn. Umgekehrt klagen Ver- und Entleiher über mangelnde Motivation diverser Leiharbeiter. Wozu sich engagieren, wenn der Lohn niedriger ist, und obendrein Konkurrenzdruck herrscht zwischen Fest- und Leiharbeitern? Ingrid Hofmann, langjährige Chefin einer Zeitarbeitsfirma, wundert sich über den schlechten Ruf ihrer Branche: „Die Jahre 2005 bis 2009 waren eine tolle Zeit, da wurden wir als Wunderwaffe angesehen, aber vorher und nachher mussten wir uns dauernd rechtfertigen. Wir haben die Freiheit, zu wählen. Der Bewerber kann unter Angeboten auswählen, und wird über sein Arbeitsumfeld aufgeklärt. Im Normalfall werden alle im Umfeld ihres Wohnorts beschäftigt. Und nach drei bis vier Firmen weiß der Arbeitnehmer, wo er bleiben will.“

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