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''Das Jobwunder ist nicht gerecht'' PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 03. Januar 2012 um 22:14 Uhr

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Beschäftigten auf einen Rekordwert gestiegen. Sie lag im Jahresdurchschnitt bei mehr als 41 Millionen Menschen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Doch was ist der Preis des sogenannten "Jobwunders"? Fünf Fragen an Professor Gerhard Bosch, Arbeitssoziologe und Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen. 41 Millionen Menschen waren im Jahresdurchschnitt erwerbstäig. Das entspricht einem Zuwachs um 1,3 Prozent. Gleichzeitig veröffentlichte die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit die Zahl der Erwerbslosen: Sie lag im Jahresdurchschnitt bei 2,976 Millionen. Das ist der niedrigste Wert seit 20 Jahren.
Die Statistiker begründen die Entwicklung in erster Linie mit dem starken Wirtschaftswachstum in den vergangenen beiden Jahren. Die Folgen der guten konjunkturellen Entwicklung zeigen sich seit langem auf dem Arbeitsmarkt. Doch was steckt hinter dem sogenannten "Jobwunder"? Ist es für alle gerecht? Nein, sagt Professor Gerhard Bosch. Der Arbeitssoziologe fordert im Gespräch: Gerade bei der Leiharbeit muss die Politik endlich handeln.

Das vergangene Jahr ist wieder ein Rekordjahr auf dem Arbeitsmarkt. Sehen Sie das auch so?

Die Zahl der Beschäftigten ist 2011 um rund 500 000 auf den neuen Höchststand von 41,61 Millionen gestiegen. Dieser wirtschaftliche Erfolg beruht nicht zuletzt auf der guten Leistung und hohen Qualifikation der Beschäftigten. Die Schattenseite liegt darin, dass die meisten von ihnen nicht den gerechten Anteil an diesem Erfolg bekommen. Der Anteil der Löhne und Gehälter am Bruttosozialprodukt nimmt seit Jahren ab. Und in keinem anderen europäischen Land ist die soziale Ungleichheit so stark gewachsen wie in Deutschland. Die Zahl der Niedriglöhner ist bis 2010 - neuere Zahlen liegen noch nicht vor - auf 7,8 Millionen angewachsen. Auch ein Rekord, auf den wir aber nicht stolz sein können.

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