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Carlo macht Armut sichtbar PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 24. Juli 2011 um 13:20 Uhr
Ein Stadtführer zeigte Orte in Nürnberg, an denen sich arme Menschen treffen

Vier Ferienreporter berichten über ein schwieriges Thema: Armut in der Stadt Nürnberg. Dafür haben sie eine Tour bei einem ganz besonderen Stadtführer gebucht. Carlo Schnabel kennt sich mit dem Thema aus, denn er ist der Chef der Verkäufer der Zeitschrift „Straßenkreuzer“ . Alle Texte auf dieser Seite verfassten die Ferienreporter SUMMER ASH (10), LAURA BECKER (13), KASSIAN BERTHOLD (11) und NILS KRÜGER (11).

Wo treffen sich arme Leute in Nürnberg? Diese Frage beantwortet Karl-Heinz Schnabel (59), Spitzname Carlo, bei seinen besonderen Stadtführungen. Sie beginnen im Zwischengeschoss des Hauptbahnhofs. Carlo deutet auf den Fußboden und sagt: „Hier verlaufen zwei unsichtbare Grenzen. Die erste beginnt bei der Rolltreppe zur U-Bahn, die man nur mit gültigem Fahrschein betreten darf. Die zweite Grenze ist beim Aufgang zum Bahnhof, wo das Gleiche gilt.“

Wer keinen Fahrschein hat, der darf sich nur im Zwischengeschoss aufhalten. Also sieht man hier auch Obdachlose, die sich darüber austauschen, wo sie übernachten können oder kostenlos etwas zu essen kriegen, „denn für solche Tipps geht niemand in die Tourismus-Info“, erzählt Carlo.
Die zweite Station ist der Südausgang des Bahnhofs. Dort angelangt, stellt uns Carlo den Obdachlosen Jürgen vor. Er begrüßt uns mit dem Satz: „Hallo, ich bin ein Penner.“ Dabei sieht er ganz normal aus, bis auf das Merkmal, dass er nur noch einen Zahn im Mund hat. Jürgen ist einer von 60 Verkäufern des Sozialmagazins „Straßenkreuzer“ und macht sich gerade auf zu seinem Stammplatz vor dem Karstadt.
Wir ziehen dagegen weiter zur Straßenambulanz der Caritas.Während unseres 20-minütigen Gesprächs mit Krankenpfleger Florian Thomae kommen ständig Patienten zur Tür herein. Einigen sieht man es sofort an, dass sie arm sind und medizinische Hilfe brauchen, anderen aber überhaupt nicht.

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