Für ein umfassendes Streikrecht Die Bundesrepublik Deutschland hat weltweit das rückständigste und restriktivste Streikrecht. Das Streikrecht in Deutschland ist lediglich Richterrecht. Im Grundgesetz (GG) findet sich außer der Koalitionsfreiheit gemäß Art. 9 Abs. 3 kein konkreter Hinweis |
| Erfolgsmeldungen am Arbeitsmarkt verdecken wachsende Armut |
|
|
|
| Geschrieben von: Dietmar Henning |
| Sonntag, den 08. Januar 2012 um 22:11 Uhr |
|
Nie zuvor habe es in Deutschland derart viele Erwerbstätige gegeben, behauptet die Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Arbeitslosigkeit sei mit weit unter drei Millionen so gering wie seit vielen Jahren nicht mehr. Doch die angeblich positiven Zahlen entspringen teilweise statistischen Tricks und haben einen bitteren Nachgeschmack. Das Beschäftigungswachstum ist vor allem ein Ergebnis der massiven Ausdehnung des Niedriglohnsektors und der Teilzeitbeschäftigung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Gesamtzahl der Erwerbstätigen im November gegenüber dem Vorjahr um mehr als eine halbe Million auf 41,6 Millionen gestiegen. Nach einer Hochrechnung der BA waren davon aber nur rund 29 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 7,3 Millionen waren sogenannte Minijobber (geringfügig Beschäftigte) mit einem Monatseinkommen von weniger als 400 Euro, die Restlichen Beamte, Soldaten und Selbstständige. Die BA hat zwar betont, dass der Anstieg der Erwerbstätigenzahlen insbesondere auf den Zuwachs sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse zurückgehe. Im vergangenen Jahr habe deren Zahl um 700.000 zugenommen. Doch bei fast jedem zweiten dieser neuen Arbeitsverhältnisse handelte es sich um einen Teilzeit-Job, und diese befinden sich vorwiegend in den niedriger bezahlten Branchen. Inzwischen arbeiten rund 5,5 Millionen Männer und Frauen in Teilzeit. Auch die Zunahme der Vollzeitarbeitsplätze fand größtenteils im Niedriglohnbereich statt. Von 2009 auf 2010 ging der Beschäftigungszuwachs zu über der Hälfte auf die Leiharbeit zurück, und auch im letzten Jahr wurde jede fünfte neue Stelle in diesem Bereich geschaffen. Auch die gemeldeten offenen Stellen, deren Zahl im Dezember auf den höchsten Stand aller Zeiten stieg, befinden sich meist bei Leiharbeitsfirmen oder in Niedriglohnbranchen wie der Gastronomie. |
© 2010 Armutsnetzwerk | administrated by Hamann Webdesign
Creative Commons