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Armutsrisiko ist in Deutschland besonders hoch PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Eva Roth   
Mittwoch, den 11. Januar 2012 um 05:42 Uhr
Berlin – In Deutschland ist die Lage von Erwerbslosen im EU-Vergleich außerordentlich schlecht. Die Folge prekärer Beschäftigung: Wer arbeitslos wird, bekommt oft nur geringe Leistungen.

In Deutschland sind arbeitslose Menschen viel öfter von Armut bedroht als in anderen Ländern Europas. Zuletzt waren hierzulande 70 Prozent der Erwerbslosen armutsgefährdet – das ist ein Spitzenwert. In keinem anderen EU-Staat war die Quote auch nur annähernd so hoch. Im EU-Durchschnitt waren zuletzt lediglich 45 Prozent der Arbeitslosen armutsgefährdet. Das geht aus Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor.

Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren nationalen Einkommens zur Verfügung haben. In Deutschland lag die Schwelle für Singles zuletzt bei 940 Euro im Monat.

„Deutschland ist Europameister, wenn es um Armut unter Arbeitslosen geht“, sagt Eric Seils, Forscher bei der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, der Frankfurter Rundschau. Er nennt dafür zwei Gründe: Erstens seien die Leistungen, die Jobsuchende zu Beginn ihrer Arbeitslosigkeit erhalten, relativ niedrig. In Dänemark sind die Transfers beispielsweise deutlich höher.

Zweitens haben Jobsuchende in Deutschland nur relativ kurz Anspruch auf Arbeitslosengeld, betont Seils, der sich mit den verschiedenen Sozialsystemen in Europa befasst. So hat ein 40-Jähriger, der seit seinem 18. Lebensjahr durchgehend gearbeitet hat, hierzulande nur 52 Wochen Anspruch auf Arbeitslosengeld. In Dänemark seien es 208 Wochen, in Frankreich und den Niederlanden 104 und in Spanien 103 Wochen.

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