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Zunahme der Armut hat viele Gründe PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Sonntag, den 09. Januar 2011 um 10:45 Uhr

Immer mehr Menschen rutschen in Deutschland unter die Armutsgrenze, und davon bleibt natürlich auch der Altlandkreis Hammelburg nicht verschont.

Die Zahl derer, die auf Hilfe vom Staat und soziale Einrichtungen wie Kleiderkammer und Tafel angewiesen sind, steigt kontinuierlich. Und hierunter sind zunehmend auch ältere Menschen, deren Renten nicht ausreichen, um über die Runden zu kommen.

"Höherer medizinischer Bedarf"

Engelbert Roith, Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Hammelburg, der sich seit vielen Jahren für sozial Benachteiligte einsetzt, kennt aus seiner Arbeit eine Reihe von Gründen, die zu dieser unheilvollen Entwicklung geführt haben. Einer ist seiner Einschätzung nach die Gesundheitsreform, wonach Praxisgebühr, Medikamente und Hilfsmittel nun aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen. Auch erheben viele Krankenkassen einen monatlichen Zusatzbeitrag von acht Euro. "Das alles zehrt am knappen Budget der Rentner, die meist einen höheren medizinischen Bedarf haben als die übrigen Bevölkerungsgruppen", so Roith.

"Kaum einer arbeitet bis 65"

Der Ortsverbandsvorsitzende kritisiert in diesem Zusammenhang auch, dass der Anteil der Arbeitgeber an den Kassenbeiträgen eingefroren wird und sie so bei der Finanzierung steigender Kosten im Gesundheitswesen außen vor bleiben. Viele Menschen wüssten nicht, woher sie das Geld nehmen sollen. Die Einkommen seien nicht in gleichem Maße gestiegen wie die Kosten. Im Gegenteil: Bei den Altersbezügen betrage der Kaufkraftverlust seit 2004 über zehn Prozent. Und auch in den kommenden Jahren sollten sich die Rentner auf Nullrunden und nur geringe Erhöhungen einstellen.
Gleichzeitig sinke das Niveau der Neurenten. Dies sei auch eine Folge der schlechten Arbeitsmarktsituation für ältere Arbeitnehmer. "Kaum einer schafft es heute, bis 65 zu arbeiten. Die meisten gehen gezwungenermaßen früher in Rente und müssen hohe Abschläge akzeptieren. Kein Wunder, dass die Altersarmut wächst", meinte Roith. Die "Rente mit 67" sei keine Lösung und bedeute faktisch nur, dass immer weniger Menschen die vollen Altersbezüge erreichten. Gegen Altersarmut sei langfristig nur ein Kraut gewachsen: genügend Beschäftigungsmöglichkeiten bei anständigen Löhnen.

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