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Armut im Alter: Wenn 500 Euro zum Leben bleiben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Pforzheimer Zeitung   
Samstag, den 31. Dezember 2011 um 10:51 Uhr

Rentnerin und arm: Das ist Hilde Koch. Eigentlich heißt sie anders. Doch unter echtem Namen ihre Geschichte in der Zeitung zu erzählen, traut sich die 68-Jährige nicht. Zu groß ist ihre Scham. Ihr Sohn hat bis heute keine Ahnung, dass seiner Mutter die Rente hinten und vorne nicht reicht. Lange wollte sich Hilde Koch selbst nicht eingestehen, dass sie arm ist.

Erst als sie fünf Monate ohne Heizöl war, kein Warmwasser hatte, weihte sie ihre älteste Tochter ein. „Ich habe die ganze Zeit gedacht, ich bekomme das schon wieder in den Griff“, sagt Hilde Koch.

In Deutschland gelten Personen laut Statistischem Bundesamt mit einem Einkommen von 870Euro pro Monat als armutsgefährdet. Hilde Koch lebt von etwa 500 Euro Rente. Nach Berechnungen des Sozialverbands Vdk ist sie damit eine typische, weibliche Rentnerin. Sie bekommen im Durchschnitt 528 Euro Rente.

So die nackten Zahlen. Hilde Koch weiß, was sie in der Realität bedeuten. Von ihren 500 Euro zahlt sie Versicherungen, Strom, Telefon, Essen und alles, was sonst noch zum Leben dazugehört. Hinzu kommen teuere Rechnungen für Arzt und Medizin. Seit anderthalb Jahren hat die vierfache Mutter Krebs, muss alle drei Wochen zur Chemotherapie. Dabei hatte sie sich vorgenommen, zusätzlich zur Rente noch etwas dazuverdienen zu wollen.

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