Für ein umfassendes Streikrecht Die Bundesrepublik Deutschland hat weltweit das rückständigste und restriktivste Streikrecht. Das Streikrecht in Deutschland ist lediglich Richterrecht. Im Grundgesetz (GG) findet sich außer der Koalitionsfreiheit gemäß Art. 9 Abs. 3 kein konkreter Hinweis |
| Die Altersarmut nimmt zu |
|
|
|
| Geschrieben von: York Töllner |
| Freitag, den 07. Januar 2011 um 10:26 Uhr |
|
Fast 9000 alte Menschen beziehen Grundsicherung, weil die Rente nicht mehr reicht – und es werden immer mehr. Düsseldorf. Sie ist doch immer klargekommen. Die Rentnerin Erna G. hat ihre Familie auch durch schlechte Zeiten gebracht. Jetzt sind die Kinder längst ausgezogen, der Mann vor ein paar Jahren verstorben. All das hat sie alleine gemeistert. Doch als vor Weihnachten die Strom-Nachzahlung ins Haus flattert, muss sich Erna G. eingestehen, dass die Witwenrente hinten und vorne nicht reicht. Sie muss Grundsicherung im Alter beantragen. Diesen fiktiven Fall gibt es tausendfach in Düsseldorf. Die Altersarmut nimmt zu. Seit die Grundsicherung 2003 die Sozialhilfe ablöste, hat sich die Zahl der Bezieher von 4561 auf 8900 im Oktober 2010 beinahe verdoppelt. Tendenz: weiter steigend. Rechnungen zum Jahreswechsel verschärfen die Situation „Gerade in den Monaten um den Jahreswechsel, wenn Nachzahlungen für Strom oder Heizung fällig werden, erleben wir es oft, dass die Rente nicht mehr reicht“, sagt Georg Peters, der für die Caritas acht Zentren Plus koordiniert und das Zentrum Plus in Oberbilk leitet. „Wir merken, dass Besucher zum Monatsende weniger Kaffee trinken oder kostenpflichtige Angebote nicht mehr wahrnehmen.“ Zudem seien die älteren Bürger mittlerweile bei Lebensmittelausgaben oder den Tafel-Kunden in der Überzahl. „Man sieht auch immer mehr ältere Menschen, die als Pfandflaschensammler unterwegs sind“, sagt Peters. 70 Prozent aller Senioren, die bei ihm Rat suchen, haben finanzielle Sorgen. Sozialamtsleiter Roland Buschhausen macht neben der alternden Gesellschaft, den lückenhaften Erwerbsbiografien und damit kleineren Renten auch die steigenden Lebenshaltungskosten für den Trend verantwortlich. „Das Leben ist teurer geworden. Und arme Alte haben keine politische Lobby wie die Hartz IV-Empfänger.“ Vor allem Frauen, die selbst nie berufstätig waren und spät zum Single oder zur Witwe wurden, sind von Altersarmut betroffen.  |
© 2010 Armutsnetzwerk | administrated by Hamann Webdesign
Creative Commons