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Warum in Deutschland die Löhne sinken – das Beispiel des Einzelhandels im Nordosten PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 20. Juli 2011 um 20:52 Uhr
In Mecklenburg-Vorpommern haben Tarifverhandlungen für die 60 000 Beschäftigte im Einzelhandel begonnen – nirgends in Deutschland ist das Lohnniveau niedriger. Vom Mindestlohnniveau können selbst manche tariflich Bezahlten nur träumen.

7,12 Euro pro Stunde, etwa 1200 im Monat, natürlich brutto – das ist laut aktueller Liste der niedrigste tarifliche Einstiegslohn im Einzelhandel Mecklenburg-Vorpommerns. Der Einstiegswert gilt altersgestaffelt und nur bei einem Berufseintritt im Alter von unter 19 Jahren, verdeutlicht aber einen bekannten Trend: Das schöne Land an der Küste ist Schlusslicht bei Löhnen und Gehältern.
In Hessen beginnt die Liste bei 8,23 pro Stunde, in Baden-Württemberg bei 8,67 für Angestellte und 9,52 für Arbeiter. Aber auch im Osten ist Mecklenburg-Vorpommern kaum zu unterbieten: In Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und in Thüringen bekommen die am schlechtesten Bezahlten laut Tarif immerhin noch 7,70 Euro pro Stunde Lebenszeit.
Zwar nicht das Stundenlohnniveau aus dem Südwesten, aber immerhin die in Baden-Württemberg zuletzt vereinbarte prozentuale Steigerung von fünf Prozent, verteilt auf zwei Jahre, nimmt sich ver.di nun auch für den Nordosten zum Vorbild. Mindestens aber sollen Beschäftigte 120 Euro mehr pro Monat bekommen und Auszubildende 60 Euro.
Sie gehe davon aus, dass Arbeitgeber im Nordosten ihre Mitarbeiter nicht weniger schätzten als die im Südwesten, erklärte Verhandlungsführerin Cornelia Töpfer. »Im Einzelhandel Mecklenburg-Vorpommerns liegt der Lohn oft knapp über dem Existenzminimum«, sagt auch Linkspartei-Spitzenkandidat Helmut Holter: Eine kräftige Lohnerhöhung wäre gut für das Land.

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