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Ein „Papagei“ darf nicht Sterben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Olaf Schlarmann   
Donnerstag, den 16. Februar 2012 um 09:05 Uhr

Das Jacobus Haus in Bremen soll Abgerissen werden.

Es war für viele eine unglaubliche Nachricht, als wir vor einiger Zeit in der Presse gelesen haben, dass das Jacobus Haus abgerissen werden soll. Auch für uns war es eine schlechte Nachricht. Seit Jahren kennen viele Obdachlose in ganz Deutschland das Haus. Liebevoll nennen Sie es das Papageien Haus, Aufgrund der farblichen Gestaltung der Fenster.

Wer irgendwo hier in Deutschland nach einer Übernachtungsmöglichkeit in Bremen fragt, bekommt als Antwort, „ geh zum Papageien Haus.“ Aber was wird jetzt daraus.


Foto: Peter Orlowski

Seit einiger Zeit ist bekannt das, dass Papageien Haus, sanierungsbedürftig ist. Das Haus wurde 1976 gebaut und diente seit dem als Treffpunkt und Übernachtungsmöglichkeit. Viele Durchreisende nutzen es gerne auf Ihrem weg nach Norden, oder aus dem Norden kommend, um ein paar Tage „Station“ zu machen. Einfach ein paar Tage in einem Bett schlafen, mal wieder ein gutes Essen genießen, oder um mal wieder die Wäsche zu waschen. Aber auch viele Bedürftige aus Bremen kennen und schätzen das Haus. Die Küche ist sehr gut und jeder kann dort günstig Essen. Wer nicht viel Geld hat, kann dort seine Wäsche abgeben und bekommt sie 1-2 Tage später frische gewaschen wieder. Es gibt dort auch eine Cafeteria, die sehr beliebt ist. Als Treffpunkt, um mal kurz ins Internet zu gehen, oder um eine runde Skat zu spielen. Es gibt sogar einen eigenen Skatclub. Für die Bedürftigen wird aber noch mehr getan. Es gibt die Möglichkeit, eine Zeit lang im Haus zu Wohnen und von den Sozialarbeitern direkt betreut zu werden. Wenn man ein Alkohol Problem hat und Trocken werden möchte, wird man im Haus unterstützt. Es gibt eine ganze Etage, die Extra als Trocken Zone konzipiert ist. Was wird aus dem ganzen? Eine Sanierung des Hauses ist nicht machbar, würde zu teuer werden. Also bleibt nur der Abriss. Ein Stück Geschichte, ein Stück Bremen wird verschwinden. Die Frage die bleibt ist, was wird aus den Menschen, die das Papageien Haus jetzt nutzen? Für die „Festbewohner“ sollen 2-3 Apartment Häuser angemietet werden, so dass Sie gut unterkommen. Aber der Rest? Wo sollen all die Bedürftigen hin, die jeden Tag dort zum Essen gehen? Die dort Ihre Wäsche waschen, oder einfach nur in der Cafeteria sitzen und klönen?


Foto: Peter Orlowski

Was macht das Frauenzimmer, die Sozialstation für Frauen hier in Bremen, die von der Küche des Papageien Hauses jeden Mittag mit Essen beliefert wird? Wohin sollen die Durchreisenden, die hier in Bremen Station machen? Betroffene sagten dazu, dass Sie auch nicht wissen, wohin Sie dann sollen. Sie fragen sich, wie jeder andere auch, was wird, wenn es das Haus nicht mehr gibt. „ Dann werden viele einfach Bremen nicht mehr anfahren, oder sich zum Pennen in den Park oder auf die Wiese vor dem Bahnhof legen.“ So einer von Ihnen. Jeder weiß dass das Land Bremen nicht viel Geld hat und an allen Ecken und Kanten gespart werden muss. Aber warum ausgerechnet bei den Ärmsten? Ich sehe jetzt schon die Berichte in den Zeitungen, wenn die Übernachtungsmöglichkeit für Durchreisende wegfällt. „Obdachlose Bevölkern den Park“ „Hauptbahnhof wird von Obdachlosen als Schlafplatz genutzt“ So oder so Ähnlich wird es werden. Denn wo sollen Sie auch sonst hin? Hat sich mal einer Gedanken darüber gemacht? Oder heißt es mal wieder, „Die können sich ja eh nicht wehren, die sollen doch froh sein das es überhaupt was gibt. Wer am Boden liegt hat nichts zu sagen. „ Es gibt hier in Bremen so viele Häuser die leer stehen. Die für einen guten, Sozialen Zweck genutzt werden könnten.

Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn sich einmal alle Sozialen Hilfsvereine und Stellen, an einen Tisch setzen würden und zusammen überlegen würden, was wir alle zusammen machen können. Alle mal an einem Strick ziehen. Aber ob das klappt? Das weiß keiner.

 
 

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