Für ein umfassendes Streikrecht Die Bundesrepublik Deutschland hat weltweit das rückständigste und restriktivste Streikrecht. Das Streikrecht in Deutschland ist lediglich Richterrecht. Im Grundgesetz (GG) findet sich außer der Koalitionsfreiheit gemäß Art. 9 Abs. 3 kein konkreter Hinweis |
| Obdachlose als Objekte von Stigmatisierungsprozessen |
|
|
|
| Geschrieben von: Administrator |
| Sonntag, den 22. August 2010 um 22:37 Uhr |
|
Die Individuallsierung von sozialen Problemen – speziell von Armut – ist in kapitalistischen Gesellschaften ein weitverbreitetes Phänomen. Die hierzu vorliegenden Studien beziehen sich zwar alle unspezifisch auf Armut und nicht auf »Obdachlosigkeit«, doch darf unterstellt werden, daß Obdachlosigkeit eine konkrete Erscheinungsform von Armut darstellt. So wies z.B. Goodwin (1972a) nach, daß Mittelschichtangehörige, die in Vororten wohnen, scharfe Trennungslinien zwischen sich selbst und den Wohlfahrtsempfängern aus der Unterschicht ziehen, speziell in bezug auf die sich selbst bzw. den anderen unterstellte Arbeitsorientierung. Tatsächlich sind gewisse Unterscheidungen angebracht, aber andere als man vermuten würde: Die Armen haben weniger Vertrauen in sich selbst und akzeptieren eher Wohlfahrtshilfe als die Mittelschichten. Aber die Mittelschichten bestreiten völlig zu unrecht, daß die Arbeitsethik bei den Armen ebenfalls hoch ist; sie, die Mittelschichten, verstehen nicht, daß gerade diese hohe Arbeitsmoral zu einer verstärkten Unsicherheit der Armen (Arbeitsmotivation, aber keine Arbeit) führt, und sie setzen zu unrecht Wohlfahrtsgelder mit Einkommen aus quasi illegalen Quellen gleich. Diese falschen Wahrnehmungen ermutigen die politischen Eliten aus den Mittelschichten, eine »Wohlfahrtsreform« zu unterstützen, die eine starke Bindung von Hilfeleistungen an die Arbeitswilligkeit fordert und deshalb eine Unterhaltsleistungsgrenze unterhalb der Armutsgrenze empfiehlt. Diese Sätze stammen aus einem Buch von Günter Albrecht aus dem Jahre 1975. Das Buch ist vergriffen und erscheint auch nicht mehr. Nachlesen kann man aber in der Digitalen Volltextbibliothek Ich finde es erstaunlich, dass die Aussagen immer noch so stimmen; und erschreckend! |
© 2010 Armutsnetzwerk | administrated by Hamann Webdesign
Creative Commons