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Gegen eine Politik der sozialen Kälte für das Alter PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: York Töllner   
Mittwoch, den 02. Februar 2011 um 18:42 Uhr

Pressemitteilung

AWO kritisiert Überlegungen von Zuverdienstmöglichkeiten für Rentner

"Die Bundesregierung möchte ihre arbeitgeberfreundliche Politik offenbar auch in 2011 fortsetzen", so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts bekannt gewordener Pläne, die Zuverdienstmöglichkeiten von Rentnern zu erweitern. Die Pläne seien ein Signal an die Arbeitgeberseite, dass künftig bei der Beschäftigung älterer Mitarbeiter an den Sozialversicherungsbeiträgen gespart werden könne.

"Wenn das Vorhaben eine Antwort der Bundesregierung auf die fehlenden Voraussetzungen bei der Rente mit 67 sein soll, dann wird klar: Schwarz-Gelb befördert das Entstehen von Altersarmut sehenden Auges", betont Stadler. Was nützten irgend welche Zuverdienstmöglichkeiten für Rentner, wenn die betroffenen Menschen spätestens ab Mitte 55 Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt hätten. "Der Verdacht liegt nahe, dass der Niedriglohnsektor bewusst ausgeweitet werden soll. Dies ist alles andere als ein sozial gerechter und zukunftstauglicher Umgang mit dem Thema Altersarmut", bemerkt der AWO Bundesvorsitzende.

Es ist hinlänglich bekannt: Bereits heute ist nur ein sehr geringer Anteil der unter 65jährigen aufgrund mangelnder, altersgerechter Arbeitsbedingungen in Unternehmen oder aufgrund gesundheitlicher Gründe sozialversicherungspflichtig beschäftigt und muss Abschläge bei der Rente in Kauf nehmen. Diesen Menschen nun Hinzuverdienstmöglichkeiten zu erleichtern, an den lebenslangen Abschlägen für einen vorzeitigen Renteneintritt nichts zu ändern und das Ganze dann auch noch als Wohltat zu verkaufen, "ist ein Ausblenden der Realität und beinahe zynisch", so Wolfgang Stadler. "Dieser Bundesregierung geht es um kein Gesamtpaket zur Vermeidung und Zurückdrängung von Altersarmut."

"Hoffentlich verschwinden diese Pläne schnell wieder und die geplante Altersarmutskommission beginnt zügig mit Ihrer Arbeit an einem Gesamtkonzept, das flexible Altersübergänge fördert und Altersarmut verhindert", fordert AWO-Bundesvorsitzender Stadler.

Kontakt:

Tel. 030/26309-4553
E-Mail: presse[at]awo.org

 
 

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