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Krankenkassen: Zusatzbeiträge trotz Sozialausgleich PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 04. März 2011 um 07:29 Uhr

Besonders ärgerlich erleben die derzeitige Situation auch gesetzlich Krankenversicherte im ALG II Bezug. Eigentlich sollte laut der verabschiedeten Gesundheitsreform für Geringverdiener eine Sozialausgleich erfolgen, wenn die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Weil momentan nur eine Minderheit der Kassen einen Zusatzbeitrag erhebt, liegt der derzeitige durchschnittliche Zusatzbeitrag bei Null Euro, obwohl 13 der 160 Krankenkassen einen zusätzlichen Obolus von ihren Versicherten erheben. Wenn nun die Krankenkasse ihre Satzung ändert, müssen auch Erwerbslose den durchschnittlichen Zusatzbeitrag von acht Euro zahlen. Das Problem ist größer, als die Bundesregierung zugibt, denn auch große Kassen wie die DAK erheben Zusatzbeiträge. Da die DAK schon seit Frühjahr 2010 einen Zusatzbeitrag verlangt, können die Betroffenen auch nicht von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Dieses Recht besteht nur, wenn die Kasse unmittelbar einen Zusatzbeitrag erhebt, oder den bestehenden erhöht. Da sich die Jobcenter weigern, die Kosten zu übernehmen und auf das Kündigungsrecht hinweisen, müssen Hartz 4 Bezieher den Zusatzbeitrag aus den Regelleistungen bestreiten. Und acht Euro bedeutet bei Hartz IV etwa 2 Tage ohne Lebensmittel auskommen zu müssen.

[Auszug aus "Hartz IV: Schulden durch Krankenversicherung" von heilpraxisnet.de]

 

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